Heimat-, Kultur- und Museumsverein Lampertheim e.V.

Die Fundsammlung

Auf Grund der zahlreichen Kiesgruben in der Gemarkung wurden schon sehr früh Skelett-Teile vorgeschichtlicher Tiere gefunden. Es handelt sich in der Hauptsache um Mammut, Wollhaarnashorn, Wildpferd, Bison, Riesenhirsch und eiszeitliche Bären. Die Funde stammen aus der letzten Periode der Eiszeit, sind also zwischen 10.000 und 25.000 Jahre alt. Sie werden fast überall im Rheintalgraben ab einer Tiefe von etwa 6-7 m zutage gefördert. Eine Seltenheit ist der hier gezeigte Flusspferdzahn. Einen Eindruck von den Dimensionen dieser Tiere, z. B. des Mammut, vermitteln recht eindeutig die beiden Zähne von ausgewachsenen Tieren, oder ein Stück des Stoßzahnes, der eine Länge von etwa 4 m erreichen konnte.

Der Schrank II enthält vorwiegend Ausgrabungs- oder Lesefunde beginnend mit der Jungsteinzeit - alle aus dem Bereich der Gemarkung Lampertheim - was bedeutet, das Teile unseres Gebietes seit etwa 6000 Jahren besiedelt sind. Es dauerte zwar noch lange bis zu einer dauernden Besiedelung oder sogar bis zur Gründung des Ortes Lampertheim, wir können aber auf Grund der hier gezeigten Funde davon ausgehen, dass einige Plätze über lange Zeiträume hinweg Siedlungsspuren aufweisen und daher auch bewohnt waren. Sie liegen, wie wir heute feststellen können, zu einem großen Teil an einem Rheinarm, der in seinem Verlauf der heutigen Oberlache folgte, bis zum Boxheimerhof und zum Südrand von Bürstadt ausschwang und dort über die Lache zurück zur Hauptstromrichtung führte. Das wären in der Hauptsache die Fundplätze “Hammelsbett", “Kurzer Klippelacker", “Gottsbrünnel" und “Falkenflug", die über die Bronze-, Hallstatt- und La Tenezeit besiedelt waren, stellenweise sogar bis in die römische und fränkische Zeit. Völlig neue Gesichtspunkte ergeben sich bei dieser Betrachtungsweise für die beiden Plätze Hammelsbett und Klippelacker, die bislang als rechtsrheinisches Gebiet betrachtet wurden, in Wirklichkeit aber zum Zeitpunkt ihrer Bewohnung auf der linken Rheinseite gelegen haben müssten.

Im Schrank III sind neben Funden von der am Ende der Burggasse vermuteten Wasserburg, von Grabungsfunden vom Wasserleitungs- und Kanalisationsbau und einigen Stücken des früheren Gemeindealltags, wie Gemeindeglocke und Nachtwächterhorn, Geräte des täglichen Gebrauchs ausgestellt

Der Schrank IV enthält Bibeln, Gesang- und Gebetbücher ab dem 18. Jahrhundert, eine Abendmahlskanne, die zur Einweihung der neuen evangelischen Kirche im Jahre 1868 von der Familie Adam Boxheimer gestiftet wurde, und einige andere Gerätschaften, die zum gottesdienstlichen Gebrauch bestimmt waren. Lampertheimer Notgeld, einige Stücke aus dem Stadtarchiv, Back- und Buttermodels, Erinnerungsstücke an Lampertheimer Bürger sind Exponate, die von Fall zu Fall ergänzt, oder gegen andere Stücke ausgetauscht werden können. Besonders hingewiesen sei am Ende auf den in dieser Abteilung aufgestellten Hofheimer Ratstisch , (Anfang 18. Jh.) sowie den dazugehörigen Bürgermeisterstuhl, die Urkunde zur Grundsteinlegung der evang. Kirche (1863), das Programm der Einweihung (1868) und die Verleihungsurkunde der Ehrenbürgerrechte an Kreisrat Franz Steppes (1843).