Heimat-, Kultur- und Museumsverein Lampertheim e.V.

Die Küche

Auch die Küche im Heimatmuseum befindet sich im größten Raum des Hauses. Hier spielte sich ein großer Teil des täglichen Lebens auf dem Hofe ab. Auf dem offenen Feuer oder dem gusseisernen Küchenherd wurde das Essen bereitet, im “Schiff" ständig warmes Wasser bereitgehalten.

Die auf dem Ofen abgestellten Bügeleisen waren immer bügelbereit, die Kaminecke über dem Herd war vor allen Dingen im Winter ein beliebter Trockenplatz für Kleinwäsche. Um den allgemein großen Küchentisch scharte man sich zur Arbeit, zum Essen oder nach Feierabend. Während die Männer eher einen Blick in die Zeitung warfen, dazu ihre Pfeife rauchten und ab und zu etwas tranken, verbrachten die Frauen und Mädchen die Abende vielfach mit Handarbeiten. Und das, ebenso wie die Kinder ihre Schularbeiten, bei einer höchst unzureichenden Petroleumbeleuchtung.

Der große Kupferkessel und die verschiedenen Messingtöpfe erinnern besonders an die Zeit des Einkochens, des Herstellens von Marmelade, Mus und Latwerg, aber auch an die Schlachtfeste im Herbst und Winter, ebenso wie die bunten Keramikschüsseln (Blutschüsseln), das “Hessenholz" und das Schlachtgeschirr der Hausmetzger. Dass die Verarbeitung der Milch einen breiten Rahmen im täglichen Arbeitsablauf einnahm, zeigen Häfen zur Sauermilch- und Rahmgewinnung, auch die Zubereitung von Käse war üblich. Noch bis in die Zeit vor etwa 50 Jahren wurde Butter im Butterfass gestoßen.